Kräuterheilkunde

Kräuterheilkunde2018-10-28T14:37:18+00:00

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Kräuterheilkunde

Die Kräuterheilkunde oder Phytotherapie ist eine der klassischen Säulen der Naturheilkunde nach Pfarrer Kneipp. Jegliche Volksmedizin besitzt Kenntnisse über Heilpflanzen und Stoffe aus der Natur, die bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt werden können. Über Jahrtausende war die Phytotherapie, also die Behandlung mit Pflanzen oder den aus Pflanzen gewonnenen Tees und Extrakten, die einzige Arzneimitteltherapie, die zur Verfügung stand. Mit der Entwicklung der modernen Chemie, wurden und werden Stoffen bestimmt, die die offensichtlichen Wirkstoffe dieser Pflanzen darstellen. Auf diese Weise entstand allmählich die schulmedizinische Pharmakotherapie, die inzwischen auch chemische Wirkstoffe entwickelt, die nichts mit pflanzlichen Ursprüngen zu tun haben, sondern auf biochemischen Erkenntnissen über körpereigenen Prozesse und deren Beeinflussung beruhen. Wie jeder weiß, geht das nicht nur mit teilweise erstaunlichen Wirkungen, sondern leider z.T. auch mit gravierenden Nebenwirkungen einher.

Die moderne Phytotherapie geht daher ein wenig back to the roots und versucht das Wissen und die Behandlungsverfahren der Volksmedizin zu erhalten, weiterzuentwickeln und zu erforschen. Was tausende Jahre gewirkt hat, ist nicht plötzlich wirkungslos, nur weil chemisch hergestellte Alternativen bestehen. Interessant ist, dass nicht immer nur der Hauptwirkstoff selbst, sondern das Ensemble der Begleitstoffe bei einer Pflanze oder ihrem Extrakt Wirkung und Verträglichkeit verbessert. Auch phytotherapeutische Medikamente sind nicht immer frei von Nebenwirkungen. Die individuelle Verträglichkeit ist bei keiner Arznei voraussagbar. Wer beispielsweise eine Kreuzblütler-Allergie hat, sollte auf Arnika verzichten.

Da die modernen Schulmedizin auch Forschungen zur Pflanzenheilkunde anstellt, besteht heute der Konsens, dass z.B. bei Erkältungen, die zu ca. 90 % von Viren hervorgerufen werden, phytotherapeutische Maßnahmen das Primat vor chemisch entwickelten Antibiotika haben. Der Arzt sollte entscheiden, wann dann doch das Antibiotikum notwendig ist. Damit ist die Kräuterheilkunde keine Alternativmedizin, sondern vielmehr Komplementärmedizin, eine Medizin also, die nicht statt Schulmedizin, sondern in ihrer Ergänzung verwendet wird. Umgekehrt kann man auch die Schulmedizin als ergänzende Medizin zur Naturheilkunde sehen. Wenn nämlich die naturnahen Bemühungen nicht ausreichend sind, können wir uns glücklich schätzen, über potente moderne Arzneimittel und Verfahren zu verfügen, die weitere Behandlungsoptionen darstellen.

An dieser Stelle sei ein erklärendes Wort zur Homöopathie erlaubt. Phytotherapie ist nicht mit Homöopathie zu verwechseln.

Phytotherapeutische Arzneimittel enthalten Wirkstoffe. Je höher dosiert diese Wirkstoffe sind, um so stärker sollte auch ihre Wirksamkeit sein. Nach Paracelsus ist alles Gift. Es kommt nur auf die Dosis an. Das bedeutet, dass mit steigender Dosis auch die Nebenwirkungsrate bis hin zu einer möglichen Vergiftung oder völligen Unverträglichkeit steigt. Halten Sie sich daher, bitte, auch bei Phytotherapeutika an die Vorgaben Ihres Arztes oder Apothekers!

Homöopathische Arzneimittel unterliegen einer gegensätzlichen Theorie. Der deutsche Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) hat die Homöopathie begründet. Basis sind sogenannte Urtinkturen oder Grundstoffe. Das sind reine Pflanzenstoffe (oder Minerale, Tierteile…), wie bei den Phytotherapeutika. Diese Urtinkturen werden nun Verdünnungsprozeduren unterzogen. Verdünnt man einen Stoff z.B. auf ein Zehntel erhält man die Potenz D1. Wiederholt man diesen Prozess insgesamt 6-mal, wird daraus D6 oder 12-mal, so bekommt man D12. Verdünnt man den Urstoff auf ein Hundertstel, so hat man die Potenz C1. Wird dieser Prozess 30-mal wiederholt, hat man C30 oder 200-mal, so hat man C200. Es gibt noch weitere Potenzierungsmöglichkeiten, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen möchte. Das Wort Potenz oder Potenzierung weist auf die Vorstellung hin, dass mit zunehmender Verdünnung und deren jeweiliger Wiederholung eine Wirkungsverstärkung erreicht werden kann. C200 wäre also wirksamer als D12.

Die Auswahl der Mittel unterliegen in der Homöopathie dem Simile-Prinzip. Die Idee ist, dass Ähnliches mit Ähnlichem behandelt werden kann („Similia similibis curentur“). Es werden diejenigen Mittel verwendet, die als Grundsubstanzen die Symptome hervorrufen, die man bekämpfen will. Ein Mittel, das als Grundsubstanz zu Übelkeit und Erbrechen führt, würde man dann in einer Potenzierung gegen Übelkeit und Erbrechen einsetzen.

Diese Ausführungen sollen lediglich dazu dienen, den Unterschied zwischen Phytotherapie und Homöopathie zu erklären, da ich immer wieder erlebe, dass Patienten der Unterschied nicht bewusst ist. Die Wirksamkeit der Homöopathie gilt unter Schulmedizinern als umstritten.

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